Das Projekt

Worum geht es?

Bei eingeschränkter oder bedrohter Erwerbsfähigkeit können Leistungen zur medizinischen Rehabilitation beantragt werden. Diese Leistungen liegen in der Verantwortung der Deutschen Rentenversicherung und zielen auf Verbesserung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit. Durchgeführt werden diese Leistungen häufig aufgrund von Rückenschmerzen.

Allerdings beantragen viele Betroffene keine Leistungen: Jede zweite Person, die in Erwerbsminderungsrente geht, hat im Vorfeld keine medizinische Rehabilitation erhalten. Zudem haben kontrollierte Studien, die Personen mit und ohne Rehabilitationsinanspruchnahme verglichen haben, widersprüchliche Befunde zur Wirksamkeit medizinischer Rehabilitation generiert. Unsere Studie untersucht vor diesem Hintergrund, welche Barrieren die Beantragung medizinischer Rehabilitation erschweren und wie hoch der Nutzen medizinischer Rehabilitation bei Rückenschmerz in der realen Versorgung ist.

Wie gehen wir vor?

Die Studie identifiziert Personen mit Rückenschmerzen und vergleicht anschließend Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer einer medizinischen Rehabilitation. Primäres Zielkriterium sind schmerzbezogene Beeinträchtigungen in wichtigen Lebensbereichen (Alltag, Freizeit, Arbeit). Um einen unverzerrten Effektschätzer für den Nutzen medizinischer Rehabilitation zu erhalten, werden Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer anhand der Wahrscheinlichkeit, eine Rehabilitation zu erhalten, gematcht (Propensity Score Matching). Die Ziehung der Stichprobe erfolgt bei zwei beteiligten Rentenversicherungsträgern (Deutsche Rentenversicherung Nord: n = 22.500, Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland: n = 22.500). Die Stichprobe berücksichtigt 45- bis 59-jährige erwerbstätigte Personen. Mittels schriftlicher Befragungen werden 2017 und 2019 Fragebogendaten erhoben. Zusätzlich werden administrative Daten aus den Versichertenkonten extrahiert.

Wie lange dauert die Studie?

Die Studie beginnt im Januar 2017 und endet im Dezember 2019.

Wer fördert die Studie?

Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (BE 5885/2-1; MA6981/2-1) gefördert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist die zentrale Selbstverwaltungsorganisation der Wissenschaft in Deutschland. Ihre Aufgaben sind die finanzielle Unterstützung von Forschungsvorhaben und die Förderung der Zusammenarbeit unter den Forscherinnen und Forscher.

Wer trägt die Projektverantwortung?

Das Projekt wird von Prof. Matthias Bethge (Universität zu Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Sektion Rehabilitation und Arbeit) und Prof. Wilfried Mau (Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Rehabilitationsmedizin) geleitet.

Mit wem arbeiten wir zusammen?

Kooperationspartner sind die Deutsche Rentenversicherung Nord und die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland. Die beiden Rentenversicherungsträger unterstützen die Stichprobenziehung und den Versand der Fragebögen. Die beiden Rentenversicherungsträger stellen zudem administrative Daten zu in Anspruch genommenen Rehabilitationsleistungen zur Verfügung.

Wo finde ich weitere Informationen?

Über Ergebnisse, aktuelle Publikationen und den Projektfortschritt werden Sie auf unserer Website informiert. Weiterführende Informationen zur Studie finden Sie zudem auf der Seite des Deutschen Registers Klinischer Studien. Dieses Register ist ein offizielles Partnerregister der Weltgesundheitsorganisation. Unsere Studie ist unter der Identifikationsnummer DRKS00011554 registriert.